Unterscheidung Emotions- & Sachebene: Nicht neu, aber oft vergessen!

Bei vielen Vorgängen gibt es eine Sachebene und eine Emotionsebene – eine Unterscheidung, die Ihnen sicher geläufig ist. Auch wenn diese Unterscheidung bekannt ist, bedeutet dies nicht zwingend, dass diese beiden Ebenen tatsächlich auch in einer Situation unterschieden werden. So gut wie jeder Mensch hat bei dieser Unterscheidung (Vorteil: Höhere Souveränität) noch „deutlich Luft nach oben“. 

Drei recht unterschiedliche Beispiele hierzu:

 

  • Es macht Sinn, ein Dienstleistungsverhältnis zu beenden (zu teuer, nicht mehr benötigt, bessere Leistungen woanders etc.). Rational ist die Sinnhaftigkeit vollkommen klar. Sie fühlen sich dem Ansprechpartner beim Dienstleister jedoch verbunden (emotionale Ebene).
  • Ein Elternteil weiß, dass manche Dinge (ungesundes Essen, übertrieben behüten etc.) auf Dauer nicht gut für das Kind sind (sachlich, rationale Ebene). Aber es ist auch der Drang da, dass es dem Kind in möglichst jedem Moment gut geht, es bekommt was es will und augenblicklich glücklich ist (emotionale Ebene).
  • Der Vorstand einer Organisation muss auf Veränderungen im Markt reagieren, in unschönen Fällen muss er Mitarbeiter entlassen (ich sage ausdrücklich nicht, dass dies immer die richtige Entscheidung ist). Sachlich ist das Thema klar oder zumindest erscheint es notwendig, die Veränderung durchzuführen und zu managen. Auch viele Mitarbeiter, teilweise selbst die Betroffenen, können die Notwendigkeit rational nachvollziehen. Emotional sieht es für alle Beteiligten meistens deutlich anders aus (kleine Anmerkung: Meiner Erfahrung nach fällt es auch manchen kühl wirkenden Vorständen in Wirklichkeit alles andere als leicht, solche unpopulären Entscheidungen zu treffen. Die wahrgenommene Kühle ist oft ein Schutzverhalten.

 

Achten Sie heute in ganz vielen Situationen auf die Unterscheidung zwischen der Sachebene (Fakten, rationale Gründe) und der Emotionsebene. Wie geht es einem Beteiligten vermutlich hiermit? Worum geht es – oft trotz Nennung sachlicher Gründe – wirklich? Solche Fragen kann man sich im Rahmen seiner persönlichen Kompetenzentwicklung gar nicht oft genug stellen.


In welchen Situationen ist es Ihrer Ansicht nach besonders wichtig, zwischen der Emotionsebene und der Sachebene zu unterscheiden.

Last modified on Monday, 31 July 2017 20:45
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