Stress – oft nur ein „Überdeckungs-Wort“

Wenn jemand Angst hat oder hoffnungslos ist, dann wird oft nicht die Emotion der Angst oder Hoffnungslosigkeit benannt (vor sich selbst und anderen Menschen), sondern Stress. Stress suggeriert, dass man viel zu tun hat und somit viel leistet.

Dies ist positiver belegt als viele andere negative Emotionen.

Wie wäre es, wenn Sie zukünftig deutlich besser in der Lage wären, negative (Merkmal: fühlt sich nicht schön an) Emotionen zu erkennen, zu verstehen und in eine angenehmere Richtung zu lenken? Ich gehe davon aus, dass dies Ihre Lebensqualität verbessern würde.

Zunächst einmal: Warum konzentrieren wir uns auf negative Emotionen und nicht auf positive Emotionen? Ganz einfach: Selten haben Menschen Schwierigkeiten im Umgang mit positiven Emotionen. Selten kommt jemand zum Therapeuten und sagt: „Herr Therapeut, ich habe ein Problem – ich bin zu oft und zu lange am Stück glücklich!“.

Was ist mit negativen Emotionen überhaupt gemeint? Definieren wir negative Emotionen nicht als „schlecht“, sondern als „fühlt sich nicht schön“ bis „fühlt sich furchtbar an“.

Negative Emotion Nr. 1 „Verletzt“ (Nr. 1 bedeutet nicht, dass dies die häufigste negative Emotion ist, sondern dass diese eine von zehn wesentlichen Emotionskategorien darstellt)

Wenn man sich verletzt fühlt, ist dies ein Signal, dass eine Erwartung, die Ihnen wichtig war, von jemandem nicht erfüllt wurde. Es ist eine Empfindung eines Verlustes. Jemand hat sein Versprechen beispielsweise nicht gehalten. Jemand hat Ihr Vertrauen missbraucht. Was ist zu tun? Stellen Sie sich die Frage, ob es wirklich ein Verlust ist oder nur eine Illusion war (Vera F. Birkenbihl sprach von einer (Ent)-täuschung, dem Ende einer Täuschung).

Stellen Sie sich die Frage, ob Sie Ihre Handlung verändern möchten (bspw. der Person Ihre Erwartung klarer mitteilen) oder Ihre Einstellung (vielleicht haben Sie – zumindest in Bezug auf diese Person – eine unrealistische Erwartung).


Welche Situationen beschreiben Sie (laut ausgesprochen oder innerlich) als stressig, obwohl vermutlich eine andere Emotionen dahinter steckt? Geht es wirklich um Stressmanagement oder in Wirklichkeit um etwas Anderes?

Last modified on Monday, 31 July 2017 21:08
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