Regel Nr. 2 zur Erhöhung der Umsetzungsquote

Wie kann man den Wirkungsgrad und die Umsetzungsquote durch ein Online-Trainings (auch ELearning) nach einem Seminar erhöhen, sprich verhindern, dass die Wirkung nach kurzer Zeit wieder verpufft? Diesbezüglich gibt es einige Regeln, die Sie beachten sollten. Die Regel Nr. 1 (kleine, verdaubare Häppchen, auch Mikrolerneinheiten oder Microlearning genannt) haben Sie bereits kennengelernt. Erhöhen Sie die Umsetzungsquote weiter mit der zweiten Regel:

Regel 2: Fortschrittsabhängige Freischaltung.

Das Thema stellt zugleich einen meiner Hauptkritikpunkte an vielen Onlineseminaren und –kurse sowie E-Learningformaten dar: Was passiert, wenn alle Inhalte (bspw. 35 Einheiten) sofort freigeschaltet werden? Die meisten Teilnehmer klicken einfach (vor allem wen es um Verhaltensänderungen geht) durch, ohne sich ausreichend intensiv mit den einzelnen Inhalten auseinander zu setzen – egal was Ihnen diese vorher erzählen.

Ist die Freischaltung zu festen Zeitpunkten eine gute Lösung? Eine Freischaltung zu festen Daten ist etwas besser, führt aber in der Praxis meistens dazu, dass es den einen zu schnell geht (man hinkt hinterher und Frust stellt sich ein) und andere wiederum warten bis zur Freischaltung eines Schwungs an Inhalten und klickt dann in einem Schwung durch. Außerdem entsteht in der Praxis oft eine unschöne Situation nach einer Ausfallzeit (Urlaub, Krankheit, stressige Projektphase etc.): Man kommt zurück und hat ohnehin einen Haufen Arbeit vor sich liegen – und dann ist man mit seinem Onlinekurs auch noch zig Einheiten hinterher. Spätestens dann gibt es vermehrte Abbruchquoten oder mehr Oberflächlichkeit in der Nutzung.

Wesentlich besser ist bei den meisten Lernzielen beim E-Learning (gleiches gilt natürlich für Blended Learning) eine fortschrittsabhängige Freischaltung mit einer Mindestdauer zwischen den Einheiten, beispielsweise von ein paar Stunden oder einem Tag. So wird keiner durch ein für diese Person zu hohes, vorgegebenes Tempo überfordert. Es wird der nächste Inhalt erst nach der Bearbeitung des vorherigen Inhalts (plus kleine Verzögerung) freigeschaltet. Manchen geht es hierdurch an manchen Stellen zu langsam – es gibt sogar manchmal Beschwerden („ich bin fertig mit der Einheit und will nicht bis zum nächsten Tag warten müssen“). Grundsätzlich ist es aber ein gutes Signal, wenn Teilnehmer etwas ungeduldig die nächste Einheit machen wollen. Zudem ist es oft ein Vorteil, wenn Inhalte „ein wenig sacken“ und reflektiert werden.


Falls Sie im Unternehmen eines neue LMS (Lern-Management-System) einführen (oder ein E-Learning- oder Blended-Learning-Konzept auf die Beine stellen) und von uns hören möchten, welche Aspekte unserer Erfahrung nach didaktisch (und von der Handhabung – Stichwort Tutorentool) wichtig sind, geben wir gerne eine Hilfestellung.

Last modified on Monday, 31 July 2017 21:15
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