Telefontermine oder spontane Telefonate?

Ein „Instrument“, das für manche Menschen zum „nicht-mehr-wegzudenkenden“ Teil ihres „Produktivitäts-Repertoires“ gehört und andere Personen wenig bis gar nicht nutzen, sind...

...Telefontermine.

 Was sind die Vorteile von Telefonterminen gegenüber sonstigen Telefonaten?

 Auch der Angerufene hat die Möglichkeit, sich vorzubereiten. Macht derjenige dies hierdurch immer? Nein, aber ein nennenswerter Anteil macht sich vorher ein paar Gedanken und bereitet auch eventuell benötigte Unterlagen vor.

 Wir haben als Anrufer eine erheblich höhere Wahrscheinlichkeit, den anderen zu erreichen. Telefontermine klappen meiner Erfahrung nach in rund 90 Prozent der Fälle. Wie hoch ist die Erfolgsquote ohne Termin? Auf jeden Fall erheblich niedriger.

 Wir reißen die andere Person nicht heraus. Manchmal neigen wir Menschen dazu, zu vergessen, dass die andere Person gerade vermutlich in einem anderen Vorgang steckt.

 Nutzen Sie Telefontermine häufiger! Sie sind ein guter Beitrag zur besseren Planbarkeit des Tages und zur Sicherstellung, dass wichtige Dinge vorangetrieben werden.

Ich bekam an einem Freitag eine E-Mail (die ich in der Veranstaltungspause las) von einem Kunden, mit dem Hinweis, dass er versucht habe, mich im Büro zu erreichen, mich nicht angetroffen hatte, mit mir etwas besprechen wollte und daher um Rückruf bitte (wenn Sie das Thema Effizienz in der Kommunikation interessiert, dann achten Sie auf den inhaltlichen Gehalt dieser Nachricht und definieren zwei, drei Aspekte, die kommunikativ besser gemacht werden könnten).

Statt sofort und zwischen Tür und Angel (vermutlich mit zu wenig Zeit für die Lösung des Themas) zurück zu rufen, schrieb ich zurück: „Hallo Herr ABC, ich bin heute ganztägig in einer Veranstaltung. Am Montag bin ich wieder im Büro. Wie passt es bei Ihnen um 9:00, 10:30 oder 14:00 Uhr? Mögen Sie mir schon ein Stichwort nennen? Viele Grüße,  Zach Davis“.

Die Antwort folgte prompt: „Hallo Herr Davis, Montag um 9 Uhr ist prima. Es geht um XY. Viele Grüße,  ABC.“

Aufgrund der Nennung von XY (ein Mitbewerber von meinen Kunden) lag für mich die Vermutung nah, dass dieser über meine Zusammenarbeit mit dem Unternehmen XY nicht glücklich war. Ich war sehr froh, das Thema des Telefonats vorab schon zu kennen. Somit konnte ich in Ruhe im Vertrag nachschauen, ob ich eine Klausel übersehen hatte (Anmerkung: Dies war nicht der Fall und ich finde solche Versuche, zu verhindern, dass ein Referent für einen Mitbewerber arbeitet, in meinem Fall albern. Selbstverständlich unterschreibe ich Klauseln zur Verschwiegenheit von Interna. Interna würde ich unabhängig davon ohnehin nicht erzählen). Zudem konnte ich mir in Ruhe eine Meinung bilden (auch versuchen, die Perspektive meines Kunden vorweg zu nehmen) und durchgehen, wie ich mit verschiedenen Szenarien/Positionen meines Kunden umgehen würde.

 

Schlagen Sie heute und in den nächsten Tagen für wichtige Themen einen Telefontermin vor. Experimentieren Sie eine Zeit lang mit vermehrten Telefonterminen. Ziehen Sie nach einer Testphase – durchaus gerne kritisch – Bilanz und entscheiden ob dies ein Schritt in eine gute Richtung war.

Last modified on Sunday, 07 January 2018 19:11
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