Verhalten anderer verstehen und respektieren

Das Verhalten anderen Menschen wird Ihnen oft passen, manchmal jedoch nicht. Heute zeige ich Ihnen, was Sie tun können, um andere Menschen besser zu verstehen.

Das Verhalten anderen Menschen wird Ihnen oft passen, manchmal jedoch nicht. Beschäftigen wir uns mit dem deutlich schwierigeren Fall, nämlich dem Verhalten, das nicht so ist wie man es sich selbst vorstellt. Unterscheiden wir hierbei drei Ebenen: Verstehen, respektieren und zustimmen. Letzteres, das Zustimmen, hindert häufig daran, zu verstehen und zu respektieren. Hierbei ist es hilfreich, sich klar zu machen, dass Sie das Verhalten einer anderen Person durchaus verstehen (kognitiv/rational, aber auch im Sinne von „aus dessen Sicht in gewisser Weise nachvollziehen“) und sogar respektieren können, aber deshalb noch lange nicht einverstanden (Ebene der Zustimmung) sein müssen.

Ein ganz simples Beispiel: Angenommen, jemand hat etwas gestohlen. Niemand sagt, dass Sie das Verhalten gut finden sollen (oder – sofern dies Ihre Aufgabe ist – auf Sanktionen bzw. andere Folgen daraus verzichten sollen). Sie können aber durchaus versuchen, sich in die Lage der Person zu versetzen: Vermutlich hat die Person einen wahrgenommenen Bedarf und glaubt unentdeckt zu bleiben. Sie können bestimmt nachvollziehen, dass gewissen Prägungen, Erfahrungen, Werte und Bedürfnisse (die Sie vermutlich selbst nicht haben) für diese Person in dieser Situation zu dieser Handlung geführt haben. Vielleicht gelingt es Ihnen sogar, dies zu respektieren oder zumindest weiterhin respektvoll mit der Person umzugehen.

Nochmal ganz deutlich: Dies bedeutet in keiner Weise, dass Sie das Verhalten in irgendeiner Form gutheißen oder darauf verzichten, Konsequenzen daraus zu ziehen.

Zugegeben, das Beispiel beinhaltet ein Verhalten (das Stehlen), das gesetzeswidrig ist und sozialen Normen widerspricht. Bei den meisten Verhaltensweisen, die einem selbst nicht passen, ist die Sachlage (im Sinne einer objektiven Bewertung) längst nicht so klar.


Verstehen und einverstanden sein, sind zwei Paar Schuhe. In welchen Situationen ist es besonders wichtig, dies zu unterscheiden?

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